Arsène Lupin
Prolog
Arsène Lupin ist ein Gauner, wie man ihn in der Literatur kein zweites Mal findet. Sein ganzes Leben kreist um schöne Dinge, die es sich zu stehlen, und schöne Frauen, deren Herz sich zu brechen lohnt. Er weiß selbst, wie gut er in beiden Dingen ist, und das macht ihn zu einem gefährlichen Gegner.
Lupin bekommt stets, was er will, und er will meistens alles, so einfach ist seine Philosophie. Wer sollte seiner charmanten Dreistigkeit auch schon widerstehen? Kaum eine Frau, die er nicht davon überzeugen kann, dass er der König der Welt ist, kaum ein Opfer, dass nicht beinah erleichtert ist, von Lupin ausgeraubt zu werden, da er Gewalt verabscheut, und kaum ein Polizist, der es wagt, alleine gegen den Meisterdieb anzutreten.
Im Gegensatz zu den Briten spart Leblanc nicht an Sentimentalität. Sogar Ganimard, Lupins Verfolger von der Polizei, bricht in Tränen aus, als Lupin seine Maskerade vor ihm aufgibt und er feststellen muss, dass er ihm gerade selbst zum Ausbruch aus dem Gefängnis verholfen hat. Vor allem aber Lupin ist ein äußerst impulsiver Mensch; sein Spektrum reicht von dem Willen, jeden noch so irrwitzigen Plan in die Tat umzusetzen und jedes noch so unüberwindbare Hindernis hinter sich zu lassen, wenn er in Hochstimmung ist, bis zum Selbstmord, ist er einmal niedergeschlagen.
Protagonist/en
Arsène Lupin
Raoul Arsène Lupin wurde 1874 als Sohn von Henriette d'Andrésy und Théophraste Lupin geboren. Lupin sen. war (Box-)Sportlehrer und nebenbei selbst ein Gauner. Er starb in einem Gefängnis in Amerika. Seine Mutter nahm eine Stelle als Dienerin bei der Gräfin Dreux-Soubise an, um den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn Raoul zu sichern. Als 6jähriger stiehlt Raoul ein Collier der Gräfin, woraufhin seine Mutter entlassen wird. Er wächst bei seiner Amme auf, seine Mutter stirbt verarmt. Als Erwachsener gibt er der Gräfin das Collier zurück.
Im Alter von 20 Jahren trifft er auf die Gräfin Cagliostro
(Josephine Balsamo), von der er das Handwerk des Diebstahls und die Organisation
einer Verbrecherbande lernt. Nebenbei ist sie auch seine Geliebte, obwohl er
bereits um die Hand einer anderen Frau angehalten hat und diese ein Kind von
ihm erwartet.
Im Laufe seiner Karriere löst er drei der vier Rätsel Marie Antoinettes
–
Die Kacheln der Könige von Böhmen: eine radioaktive Grabplatte auf
der "Insel der dreißig Särge"
Das Vermögen der Könige von Frankreich: Lupins Schatzkammer in der
"Hohlen Nadel" und
Der siebenarmige Leuchter: ein riesiger Schatz aus Edelsteinen, den er der "Gräfin
von Caliostro" raubt
– und sitzt mehrmals im Gefängnis, woraus er stets auf spektakuläre
Weise entflieht. Außerdem trifft er auf seinen größten Feind
Sherlock Holmes und arbeitet schließlich in Verkleidung sogar selbst als
Inspektor.
Lupin ist ein Meister der Verkleidung, des Fecht-, Schieß- und verschiedenen Kampfsports und Freund vegetarischen Essens, außerdem hat er einiges an technischem Verständnis und verfügt über unbegrenzte Mittel. Er besitzt ein Unterseeboot, den "Kristallstöpsel", eine Hommage an seinen schwierigsten Fall, fährt selbst Auto (unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln) und beherrscht verschiedene Sprachen. Er hat einen Biografen, den er gelegentlich trifft, und eine große Bande Helfershelfer, ohne die er seine Unternehmungen nie in die Tat umsetzen könnte.
Alle Namen von Lupins Frauen zu nennen, wäre genauso unmöglich wie die seiner Helfer oder gar seine eigenen, denn es sind derer eindeutig zu viele. Die wichtigsten Frauen sind aber mit Sicherheit Victoire, seine alte Amme und Gehilfin, und Geneviève Ernemont, seine Tochter, die davon jedoch nichts weiß.
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Bücher/Veröffentlichungen

[Diogenes Verlag, 1971, illustriert von Mette Ivers]
I: Arsène Lupin - Der Gentleman-Einbrecher
Die Verhaftung des Arsène Lupin
(Lupin alias Bernard d'Andrézy)
Lupin reist auf dem Überseedampfer "Provence", wo er sein Unwesen
treibt, Schmuck und Geld stiehlt, das er in seiner Kamera versteckt. An Bord
hat er auch Miss Nelly kennengelernt, die er, ohne dass sie davon weiß,
zu einer Komplizin macht, indem er ihr die Kamera gibt, bevor er von Ganimard
verhaftet wird. Miss Nelly lässt die Kamera in den Fluss fallen und verrät
Lupin nicht.
Arsène Lupin im Gefängnis
Lupin plant aus dem Gefängnis heraus den Diebstahl im Schloss des Grafen
Cahorn, dem er zuvor freundlicherweise einen Brief zukommen lässt und ihn
bittet, die Sachen vorsorglich schon einmal bereitzustellen. Lupins Komplize
draußen gibt sich als Ganimard aus, der Ferien im Nachbarort macht. Cahorn,
der diesen falschen Ganimard und zwei weitere Komplizen als Schutz in sein Haus
holt, hilft somit unwissend selbst dabei, sein Schloss zu plündern.
Arsène Lupins Flucht
(Lupin alias Désiré Baudru)
Lupin hat großspurig seine Flucht angekündigt und alle Welt wartet
darauf. Nach einem sehr kurzen und sehr dreisten Ausflug in die Freiheit, passiert
monatelang nichts. Es kommt der Tag seines Prozesses. Statt des Gentlemans Lupin
haben die Richter hier vielmehr den Clochard Baudru vor sich, der die wunderliche
Geschichte seiner Vertauschung mit Lupin erzählt. Da gegen Baudru nichts
weiter vorliegt und Ganimard bestätigt, dass Baudru nicht Lupin ist, wird
er schließlich entlassen. Als Ganimard Baudru nach dessen Freilassung
folgt, muss er erkennen, dass es sich doch um Lupin handelte.
Der geheimnisvolle Reisende
(Lupin alias Guillaume Berlat)
Lupin reist mit dem Zug. Im Abteil befindet sich auch die Frau des Gefängnisvorstehers.
Als er einschläft, werden er und die Frau überfallen, der Dieb kann
fliehen. Im nächsten Bahnhof angekommen, bestätigt die Frau Lupins
falsche Identität bei der Polizei. Lupin und zwei Beamte machen sich auf
den Weg, den Dieb zu fassen. Lupin kann ihn schließlich alleine stellen
und auch unerkannt verschwinden.
Das Kollier der Königin
(Lupin alias Chevalier Floriani)
Lupin tritt unter falschem Namen bei der Familie auf, bei der seine Mutter als
Dienerin gearbeitet hatte. Im Alter von 6 oder 7 Jahren hatte er bereits seinen
ersten Coup begangen und ein Kollier gestohlen. Seine Mutter war daraufhin entlassen
worden.
Er rekonstruiert den Diebstahl und setzt seine Gastgeber damit in Erstaunen.
Sie ahnen, dass Lupin der Sohn der ehemaligen Dienerin ist. Lupin gibt die Fassung
des Kolliers schließlich zurück.
Herz-Sieben
(Lupin alias Jean Daspry)
Lupin trifft seinen späteren Biografen zum ersten Mal. Er freundet sich
mit ihm an, hauptsächlich wohl weil sein Freund in einem Haus lebt, in
dem wichtige Papiere versteckt sind. Er versucht wochenlang, sie zu finden,
jedoch ohne Erfolg. Schließlich verhilft er einer Dame, nicht vor ihrem
Mann kompromittiert zu werden, und streicht außerdem noch das Geld des
Erpressers ein.
Der Geldschrank der Madame Imbert
(Lupin alias Arsène Lupin)
Lupin schleicht sich bei dem reichen Erben Ludovic Imbert und seiner Frau ein.
Er möchte dort die zahlreichen Wertpapiere stehlen, welche die Familie
geerbt hat. Die Vorbereitung kostet ihn Wochen und Monate. Als es ihm schließlich
gelingt, stellt sich heraus, dass die Papiere überhaupt nichts wert sind
und Frau Imbert im Gegenzug sogar ihn um eine (für ihn damals) beträchtliche
Summe geprellt hat.
Herlock Sholmes kommt zu spät
(Lupin alias Horace Velmont)
Lupin verschafft sich unter Tarnung Zugang zum Schloss von Thibermesnil, um
es mit seinen Komplizen über einen geheimen, unterirdischen Gang zu plündern.
Dies funktioniert auch tadellos, bis er beim Zusammenraffen von Kleinigkeiten
von Miss Nelly, die ebenfalls Gast im Schloss ist, erwischt wird. Beschämt
leert er seine Taschen wieder und verspricht ihr, die anderen gestohlenen Sachen
ebenfalls zurückzubringen. Sie verrät ihn auch diesmal nicht.
Am nächsten Tag werden die gestohlenen Sachen tatsächlich zurückgebracht.
Als Lupin den Ort des Geschehens verlässt, trifft er auf Herlock Sholmes,
der gerade auf dem Weg zum Schloss ist. Sholmes ist schlechter Laune, als er
hört, dass seine Anwesenheit eigentlich schon fast unnötig ist und
rekonstruiert und erklärt den gesamten Tathergang in 10 Minuten. Ihm ist
auch sofort klar, dass der Mann, dem er soeben begegnete, niemand anderes als
Lupin war. Sie verfolgen ihn mit dem Auto, doch das einzige, was Sholmes noch
von ihm zu sehen bekommt, ist seine eigene Taschenuhr, die Lupin ihm in einem
Päckchen im Wagen hinterließ.

[Luitpold Lang Verlag München, 1964]
II: Arsène Lupin kontra Herlock Sholmes
Teil I: Die blonde Dame
Los Nummer 514 - Serie 23
(Lupin alias Arsène Lupin)
Lupin möchte einen Schreibtisch bei einem Trödler erwerben, doch der
Lehrer Gerbois kommt ihm zuvor. Also stiehlt Lupin den Schreibtisch aus Gerbois
Wohnung. Wenig später stellt sich heraus, dass sich in der Schublade ein
Lotterielos befand, das nun eine Million wert ist. Es entfacht ein Streit darüber,
wem das Los nun gehört und wer es einlösen darf, der darin gipfelt,
dass Lupin Gerbois' Tochter kidnappt, um Gerbois zu erpressen, die Million mit
ihm zu teilen. Niedergeschlagen willigt Gerbois ein. Doch am Ende stellt sich
heraus, dass Lupin Gerbois' Tochter keineswegs gekidnappt sondern mit seiner
Komplizin in Urlaub geschickt hatte. Die halbe Million kommt ihm natürlich
dennoch gelegen.
Der blaue Diamant
(ohne Lupin)
General Baron d'Hautrec wird unter mysteriösen Umständen ermordet.
Sein wertvollstes Schmuckstück, ein blauer Diamant, wird versteigert. Einer
der Bieter erhält eine Nachricht von Lupins Komplizin, die verhindert,
dass er den Zuschlag bekommt. Ganimard, der seit dem Fall mit dem Los noch immer
erfolglos Lupins Spur verfolgt, sieht Lupin hinter dem Fall. Doch er ist nicht
einmal in der Lage, Lupins Komplizin zu stellen.
Herlock Sholmes eröffnet den Feldzug
(Lupin alias Arsène Lupin)
Lupin trifft in einem Restaurant auf Sholmes, der von Lupins Opfern angeheuert
wurde, ihm endlich das Handwerk zu legen. Sholmes und sein Gehilfe Wilson machen
sich also auf Lupins Fährte, nachdem Sholmes ein Gespräch mit Lupin
geführt hat, in dem er ihm verspricht, ihn binnen 10 Tagen zu verhaften.
Sholmes möchte beweisen, dass Lupin hinter all den Vorfällen steckt.
Erst einmal wird er jedoch gründlich von Lupin genarrt.
Etwas Licht in der Dunkelheit
(Lupin alias Maxime Bermond)
Sholmes findet heraus, dass Lupins Verbrechen allesamt in Häusern verübt
wurden, die vom gleichen Architekten, M. Destange, erbaut wurden. Er heuert
als Sekretär bei Destange an. Dabei findet er heraus, dass die Tochter
von Destange, Clotilde, Lupins Gehilfin und Geliebte ist. Da sein Gefährte
Wilson außer Gefecht gesetzt wurde, ruft er Ganimard zur Verstärkung,
um Lupin dingfest zu machen. Doch mithilfe seiner Komplizen entwischt er erneut.
Eine Entführung
(Lupin alias Maxime Bermond)
Sholmes findet heraus, dass Clotilde Destange die Mörderin des Barons d'Hautrec
ist und die "blonde Dame", die bei allen letzten Coups Lupins eine
nicht unbedeutende Rolle spielte. Er möchte Lupin damit erpressen, dass
er sie festnimmt, doch dann ist er plötzlich der Gefangene. Lupin entführt
ihn und schickt ihn auf einem Schiff zurück Richtung England...
Arsène Lupins zweite Verhaftung
(Lupin alias Maxime Bermond und Felix Davey)
Lupin räumt die Wohnung, in der er und seine Bande die letzten fünf
Jahre verbracht haben. Sholmes hat es jedoch geschafft, doch noch rechtzeitig
zurück in Paris zu sein und stellt Lupin zusammen mit Ganimards Mannschaft.
Noch bevor Lupin hinter Schloss und Riegel ist, bricht Sholmes zurück nach
London auf. Lupin entwischt Ganimard natürlich aufs Neue und trifft am
Bahnhof noch einmal auf Sholmes, dem er eine gute Reise wünscht.
Teil II: Die Judenlampe
1
(Lupin alias Arsène Lupin)
Sholmes erhält einen Brief, dass er wegen eines Diebstahls zurück
nach Paris kommen soll. Gleichzeitig erhält er einen weiteren Brief von
Lupin, dass er sich aus der Sache raushalten soll. Angespornt davon reisen Sholmes
und Wilson natürlich nach Paris zu Baron d'Imblevalle. Sholmes erkennt
schnell, dass der Einbruch gar keiner war und der Diebstahl von einem Bewohner
des Hauses verübt worden ist. Er glaubt nicht, dass Lupin dafür verantwortlich
ist, weil nur eine alte Lampe gestohlen wurde, während die wertvollen Schmuckstücke
zurückblieben. Wenig später ereignet sich ein zweiter, wirklicher
Einbruch, bei dem diese Stücke gestohlen werden und Wilson schwer verletzt
wird. Sholmes ermittelt ohne seinen Gehilfen weiter. Er verdächtigt das
Kindermädchen Alice und verfolgt sie mit Ganimard zusammen, wobei sie ihrem
vermeintlichen Komplizen Bresson folgen, der sich daraufhin in seiner Wohnung
selbst tötet. Lupin schickt Sholmes eine Einladung zu Bressons Beerdigung.
2
(Lupin alias Arsène Lupin)
Sholmes verdächtigt weiterhin Alice, auch wenn Wilson anderer Meinung ist.
Er findet Hinweise, dass Alice mit Bresson geheime Nachrichten ausgetauscht
hat. Wieder verfolgt er Lupin mit Ganimards Hilfe. Sie stellen ihn schließlich
am Ufer der Seine, wo er sich als Fischer verkleidet aufhält, und als Sholmes
ihn überwältigen möchte, landen sie beide in Lupins Boot auf
dem Fluss. Lupin bringt das Boot zum Sinken und wird dann scheinbar von Ganimards
Männern erschossen.
Sholmes hat noch den Diebstahl aufzuklären. Vor Baron d'Imblevalle beschuldigt
er zuerst Alice, bis ihm klar wird, dass die Baronin Bresson die Lampe verschafft
hat und dessen Männer beim zweiten Mal einbrachen. Er nimmt Alice mit nach
England. Auf der Überfahrt trifft er wieder einmal auf Lupin...

[Diogenes Verlag, ISBN 3-257-20239-3]
III: Die hohle Nadel oder: Die Konkurrenten des Arsène
Lupin
(Lupin alias Etienne de Vaudreix, Louis Valméras, Baron Anfredi und in
Verkleidung von M. Massiban)
Nachdem Arsène Lupin in das Schloss von Graf de Gesvres einbrach, wird
er auf der Flucht von dessen Nichte Raymonde de Saint-Véran angeschossen,
die annimmt, er hätte den Sekretär ihres Onkels erstochen. Es stellt
sich jedoch heraus, dass ihr Onkel selbst den Mann in Notwehr erstach.
Lupin bleibt verschwunden. Polizei und Presse sucht nach ihm, seinen Komplizen
und den Dingen, die sie mitnahmen, obwohl in dem Schloss scheinbar nichts fehlt.
Einer der Presseleute entpuppt sich als Gymnasiast Isidore Beautrelet, der bei
seinen Freunden für seinen Scharfsinn berühmt ist. Beautrelet erkennt
gleich, dass Lupin Graf de Gesvres vier Rubens gegen Kopien ausgetauscht hat,
die er selbst zuvor angefertigt hatte.
Lupins Komplizen drohen derweil mit Rache für ihren Chef, falls Raymonde
ihn getötet haben sollte. Ganimard und Beautrelet finden in den alten Schlossruinen
auf dem Gelände des Grafen unter einer Kapelle Lupins Leiche, die jedoch
leider beim Aufbrechen des Raums durch herabfallende Trümmer unkenntlich
wurde. Wenig später wird Raymonde entführt. Erste Hinweise sind ihre
blutbefleckte Scherpe und ein Zettel mit nichtssagenden Zahlen und Buchstaben.
Ihre Leiche wird Tage darauf am Strand angespült. Beautrelet hält
den Zettel immer noch für wichtig. Er glaubt, darauf die Worte Aiguille
creuse entziffert zu haben.
Sechs Wochen später offenbart sich Lupin, der natürlich lebt, seinem
Biografen. Er nutzt dessen Wohnung, um Beautrelet zu empfangen. Lupin redet
auf den Jungen ein, dass er ihn endlich in Ruhe lassen soll, denn Beautrelet
möchte die ganze Wahrheit über den Vorfall in der Zeitung veröffentlichen.
Lupin droht, Beautrelets Vater zu entführen, wenn er nicht aufhört.
Ganimard und Herlock Sholmes, der ebenfalls zu der Jagd auf Lupin anreist, werden
entführt. Beautrelet möchte sich natürlich weiterhin mit Lupin
messen und veröffentlicht Lupins Geschichte:
Danach wurde Lupin von Raymonde angeschossen, doch er konnte sie auch davon
überzeugen, dass er am Tod des Sekretärs keine Schuld trug und erheischt
so ihr Mitleid. Sie versteckt ihn in der Kapelle und pflegt ihn. Er verliebt
sich in sie. Als er wieder gesund ist, lässt er sie entführen, um
sie bei sich zu haben. Ihre wie auch seine Leiche waren in Wirklichkeit nur
die Leichen zweier Selbstmörder, die Lupins Bande platziert hatte.
Lupin macht seine Drohung wahr und entführt auch Beautrelets Vater, doch
durch eine glückliche Fügung kann der Vater einen Brief an seinen
Sohn schicken. Der entdeckt ein Schloss, dass "Aiguille" heißt
und an der Creuse liegt. Beautrelet fragt beim Verwalter des Schlosses nach
und erfährt, dass es Louis Valméras gehört. Beautrelet sucht
Valméras auf und erklärt ihm, dass sein Mieter Anfredi kein anderer
als Lupin ist und dass er in dem Schloss mehrere Leute gefangen hält. Valméras
willigt sofort ein, mit Beautrelet in das Schloss einzubrechen und die Leute
zu befreien. Es gelingt ihnen auch. Sie befreien Beautrelets Vater und Raymonde,
die Lupins Liebe nicht erwiderte. Nach diesem Schlag lässt Lupin auch Ganimard
und Sholmes frei.
Beautrelet wird gefeiert und Valméras gewinnt Raymondes Zuneigung. Sie
heiraten. Doch bald schon stellt sich heraus, dass Beautrelet keineswegs das
Geheimnis um die Aiguille creuse gelöst hat. Ein Wissenschaftler namens
Massiban meldet sich zu Wort und erzählt von einem Buch, in dem das Geheimnis
der Könige Frankreichs aufgedeckt würde. Beautrelet macht sich zusammen
mit Massiban auf die Suche des letzten Exemplars dieses Buches und als er es
endlich findet und das Geheimnis greifbar nah ist, entpuppt sich Massiban als
Lupin. Zuerst entkommt Lupin, doch dann gesellt er sich wieder zu Beautrelet,
plaudert mit ihm und verrät sich. Beautrelet ist auf der Hut und sucht
nach der zweiten Bedeutung der Aiguille creuse. Nach zwei Wochen findet er sie,
mehr durch Zufall. Er durchstreift Lupins Wirkungsgebiet, trifft dabei auf Sholmes,
der bittere Rache für Lupins Demütigungen schwört, und findet
schließlich die hohle Nadel: einen hohen, hohlen Felsen, der vor der Küste
aus dem Meer ragt. Er ruft Ganimard zu Hilfe und dieser trifft mit vielen Helfern
zusammen ein. Beautrelet dringt als erster in die Aiguille ein. Darin befinden
sich ein Dutzend Etagen, vollgestopft mit allen Schätzen, die Lupin je
zusammengerafft hat.
Beautrelet trifft auch auf Lupin bzw. sein Alter Ego Louis Valméras und
muss feststellen, dass die ganze Sache um die Rettung Raymondes ein ausgemachtes
Theater war, das Lupin inszeniert hatte. Hier lebt Lupin alias Valméras
nun also mit seiner Angetrauten und er möchte nun ein ehrlicher Mensch
werden. Vorher kann Lupin es sich allerdings nicht verkneifen, Beautrelets all
seine Schätze, inklusive der Mona Lisa, zu zeigen. In letzter Sekunde flieht
er vor Ganimard und Beautrelet nimmt er zu seinem eigenen Schutz mit. Sie können
mit einem Unterseeboot ungesehen verschwinden, doch als sie an Lupins neuem
Wohnsitz ankommen, droht schon das nächste Unheil: Sholmes soll in der
Nähe sein. Wie sich herausstellt, hat Sholmes eine Komplizin Lupins in
Gewahrsam genommen. Lupin stellt ihn zur Rede und es entbrennt ein Kampf, der
darin gipfelt, dass Sholmes (nicht absichtlich) Raymonde erschießt. Lupin
ist erst außer sich vor Wut und überwältigt Sholmes, dann ist
er am Boden zerstört. Geschlagen verlässt er das Feld mit seiner Komplizin
und der Leiche seiner Frau.

[links: Schreitersche Verlagsbuchhandlung, Band 6, illustriert von M. Le Coultre
und Leo Fontane]
[rechts: Diogenes Verlag, ISBN 3-257-20931-2]
IV: 813 oder: Das Doppelleben des Arsène Lupin
(Lupin alias Prinz Sernine, Inspektor Lenormand, André Beauny)
Erster Teil
Lupin überfällt M. Kesselbach, um ihm wertvolle Diamanten zu stehlen.
Dabei erfährt er, dass Kesselbach außerdem ein großes Geheimnis
hütet und dass dazu ein Mann namens Pierre Leduc gehört, den Kesselbach
sucht. Der einzige, der das Geheimnis noch kennt ist M. Steinweg.
Am nächsten Morgen ist Kesselbach tot und da man bei ihm Lupins Visitenkarte
findet, vermuten alle, dass Lupin ihn getötet hat. Lupin nimmt als Inspektor
Lenormand, seines Zeichens Chef des Sicherheitsdienstes, die Ermittlungen auf.
Doch schon bald fallen auch Kesselbachs Sekretär und ein Hotelpage dem
Mörder zum Opfer. Der einzige Hinweis sind die Initialen des Mörders:
LM. Lenormand denunziert seinen eigenen Komplizen bei Gericht und verkündet
als Lupin sogleich, ihn wieder zu befreien.
In Gestalt Prinz Sernines arrangiert Lupin ein Zusammentreffen mit der Witwe
Kesselbach und deren Begleiterin Geneviève Ernemont, die er vor einem
selbst inszenierten Überfall rettet und so ihr Vertrauen erlangt. Er begleitet
Geneviève zu deren "Großmutter". Diese Frau stellt sich
als Victoire, Lupins alte Amme, heraus und er selbst hat Geneviève vor
Jahren zu ihr gebracht, damit sie sich um das Mädchen kümmert. Victoire
ist von Lupins Rückkehr nicht gerade begeistert, vor allem da er den Plan
verfolgt, Geneviève ein schönes, neues Leben zusammenzuzimmern.
Sernine treibt einen jungen Mann fast in den Selbstmord, nur um ihn dann zu
retten und seine Identität mit der Pierre Leducs zu tauschen, die seine
Komplizen tot aufgefunden haben. Der neue Leduc soll Genevièves Mann
werden.
Wieder in Person des Inspektors nimmt Lupin die Ermittlungen gegen einen Mann
auf, der im Hotel zur Zeit der Morde gesehen wurde. Er ist unter den Namen Parbury,
Ribeira und Altenheim bekannt und versucht Geneviève zu entführen.
Als Lenormand sein Geheimnis, geheime Gänge unter Mme Kesselbachs Wohnung
entdeckt, bringt Altenheim Lenormand und seinen Kollegen Gourel in seine Gewalt
und lässt sie von seinen Komplizen in die Seine werfen. Lupin überlebt.
Sernine überwacht Altenheim und gelangt so zu dem Ergebnis, dass Steinweg,
der das wertvolle Geheimnis hütet, in seinem Haus versteckt sein muss.
Sernine gibt der Polizei den Hinweis mit den Geheimgängen und bietet sich
an, Inspektor Lenormand wiederzufinden. Doch sein geheimnisvoller Gegner LM
sperrt ihn in den Gängen ein, so dass sein Plan, als Lenormand am anderen
Ende wieder aufzutauchen, durchkreuzt wird und im Gegenteil sogar seine wahre
Identität enttarnt wird. Lupin wird verhaftet.
Zweiter Teil
Lupin befindet sich in der Santé und niemand wird besser bewacht als
er. Selbst seine sonst so unfehlbaren Wege, Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen,
werden von LM durchkreuzt. Mit einer List zwingt er den Untersuchungsrichter
dazu, ihn in Altenheims Haus nach Steinweg suchen zu lassen. Sie finden ihn
auch und er lebt noch. Altenheim allerdings wurde ebenfalls ermordet. Wenige
Zeit später arrangiert Lupin im Gefängnis eine "Privataudienz"
mit Steinweg, in der der alte Mann ihm offenbart, dass es bei dem großen
und wertvollen Geheimnis um Briefe geht, die der deutsche Kaiser geschrieben
hat und die unter anderem politische Geheimnisse enthalten. Außerdem beweisen
sie, dass Pierre Leduc Großherzog von Zweibrücken-Veldenz ist. Trotzdem
sind Lupin die Hände gebunden, er sitzt im Gefängnis und jeder Fluchtgedanke
wird von seinem Gegner sofort im Keim erstickt. Es gelingt ihm gerade, ein paar
Briefe aus dem Gefängnis hinauszuschmuggeln, die von der Zeitung veröffentlicht
werden.
Als Lupin schon alles verloren glaubt, sucht ihn der deutsche Kaiser in seiner
Zelle auf, der größtes Interesse daran hat, dass der Inhalt der Briefe
nicht bekannt wird. Lupin blufft, dass er das Versteck der Briefe kennt und
bittet um seine "Freilassung". Der Kaiser nimmt an, doch so frei ist
Lupin dann doch nicht. Der Kaiser nimmt ihn mit nach Schloss Veldenz, wo er
binnen 24 Stunden die Briefe auftreiben soll. Doch auch hier ist LM ihm auf
den Fersen und setzt ihn außer Gefecht, so dass es ihm nur mit äußerster
Anstrengung gelingt, im letzten Augenblick das Versteck der Briefe zu finden.
Die Briefe allerdings sind weg... Lupin erbittet sich einen Monat, die Briefe
wiederzubeschaffen und als Lohn die Wiedereinsetzung Pierre Leducs als rechtmäßigen
Großherzog.
Lupin kommt Altenheims Bande auf die Spur, die nun von dem geheimnisvollen LM
geführt wird. Er erfährt, dass Altenheim in Wirklichkeit Raoul de
Malreich hieß und dass er einen Bruder hat: Louis de Malreich, LM... Zufällig
trifft Lupin auf Malreich, den er fortan beschattet und er findet heraus, dass
der Plan der Bande darin besteht, Mme Kesselbach zu entführen. Lupin bereitet
alles vor, die Bande zu schnappen, doch wieder kommt ihm LM dazwischen und so
sieht sich Lupin alleine sieben Banditen gegenüber, die er nur durch List
besiegen und die entführte Mme Kesselbach retten kann. Lupin beschattet
Malreich weiterhin, benachrichtigt die Polizei und überwältigt ihn
schließlich in seiner Wohnung.
Dann kehrt er zu Leduc zurück und bereitet ihn auf seine Rolle vor. Im
Schloss von Bruggen soll er zusammen mit Geneviève und Mme Kesselbach
auf seine Ernennung warten. Lupin selbst hat den irrwitzigen Plan entwickelt,
sein altes Leben aufzugeben, im Schloss in der Nähe Genevièves zu
leben, Mme Kesselbach zu ehelichen und selbst über die Geschicke Europas
zu wachen. Dann jedoch entdeckt er, dass Leduc selbst in Mme Kesselbach verliebt
ist und er denunziert ihn vor ihr.
Außerdem wird Lupin den Gedanken an das Ungeheuer LM nicht los. Er zweifelt
sogar langsam daran, dass Léon Massier, der als Malreich verhaftet wurde,
überhaupt Malreich ist. Dann kehrt LM eines Nachts zurück, um ihn
zu töten, doch Lupin ist schneller. Doch ist seine Verzweiflung groß,
als er sieht, wer LM wirklich war: Dolores Kesselbach. Er lässt das Schloss
räumen und fährt nach Paris, um Léon Massiers Hinrichtung zu
verhindern, aber auch dafür kommt er zu spät: Massier ist schon am
Vortag hingerichtet worden. Niedergeschlagen kehrt er ins Schloss zurück,
wo er Leduc vorfindet: auch er ist tot, er hat sich erhängt, als er Mme
Kesselbachs Leiche fand.
Lupin ist am Boden zerstört. Er kehrt zu Victoire zurück, eigentlich
um Geneviève, die, wie er gesteht, seine Tochter ist, um Hilfe zu bitten,
sieht aber schließlich davon ab. Verzweifelt möchte er Selbstmord
begehen, doch nicht einmal das gelingt ihm. Also tritt er der Fremdenlegion
bei, um in Marokko zu kämpfen.

[links: Diogenes Verlag, ISBN 3-257-20932-0]
[rechts: Diogenes Verlag, illustriert von Mette Ivers]
V: Der Kristallstöpsel oder: Die Missgeschicke
des Arsène Lupin
(Lupin alias Michel Beaumont, M. Nicole)
Auf den Rat seiner Komplizen Gilbert und Vaucheray begeht Lupin mit seiner Bande
einen Einbruch in das Haus des Abgeordneten Daubrecq. Wider Erwarten ist ein
Diener im Haus anwesend und bevor der Diebstahl beendet ist, tötet Vaucheray
den Diener und Lupin hat keine andere Möglichkeit, als Gilbert und Vaucheray
der Polizei auszuliefern, will er nicht selbst geschnappt werden. Bevor die
beiden abgeführt werden, übergibt Gilbert seinem Chef den Gegenstand,
wegen dem die beiden noch einmal ins Haus zurückgekehrt waren. In seiner
Wohnung angekommen, wundert sich Lupin über den Gegenstand, einen Kristallstöpsel,
und noch mehr wundert er sich, als der Gegenstand am nächsten Morgen aus
seiner Wohnung gestohlen wurde. Er beginnt, Daubrecq zu überwachen und
wird von ihm dabei erwischt. Nach dieser weiteren Niederlage heuert Lupin seine
Komplizin Victoire an, die fortan als Köchin für Daubrecq arbeitet
und Lupin in ihrem Zimmer unterbringt, so dass er seinen Gegner weiter beobachten
kann. Er entdeckt, dass Daubrecq Politiker erpresst und dass es eine Frau gibt,
die ebenfalls großen Groll gegen den Mann hegt. Eines Nachts, nach mehreren
Wochen, erwischt er endlich denjenigen, der in seine Wohnung und auch in Daubrecqs
Haus eingebrochen ist. Es ist der Sohn der Frau, deren Name Clarisse Mergy ist
und die auch Gilberts Mutter ist. Sie ist hinter dem Kristallstöpsel her,
weil sich in ihm eine Liste mit Namen korrupter Politiker befindet, mit der
Daubrecq diese Leute erpresst.
Doch Lupin gelingt es nicht, diesen Kristallstöpsel an sich zu nehmen,
was auch immer er unternimmt. Daubrecq entlarvt ihn und seine Komplizin und
entführt sogar Clarisses zweiten Sohn. Lupin kann ihn nur gegen die Auslösung
von Daubrecqs gestohlenen Möbeln aus dessen Gewalt befreien. Und Daubrecq
will sich für Gilbert nur unter der Bedingung einsetzen, dass Clarisse
ihn heiratet. Lupin hegt die Hoffnung, Gilbert, dem zusammen mit Vaucheray der
Tod durch die Guillotine droht, im Austausch gegen die Liste befreien zu können.
Er beschließt, Daubrecq zu entführen, um das Versteck des Stöpsels
zu erfahren. Doch ein anderer, der von Daubrecq geprellt wurde, kommt ihm zuvor
und entführt Daubrecq.
Nur durch ein sehr gewagtes Manöver gelingt es Lupin, Daubrecq zu befreien,
doch auch diesmal ist ihm das Glück nicht hold. Daubrecq sticht Lupin nieder
und er hat Glück, dass er die Attacke überlebt. Als Lupin endlich
wieder auf dem Damm ist, bleibt nur noch wenig Zeit bis zu Gilberts Hinrichtung
und Clarisse hat inzwischen Daubrecqs Spur aufgenommen. Lupin und seine KOmplizen
verfolgen Clarisse und Daubrecq quer durch Europa, nur um am Ende festzustellen,
dass er sie schon wieder genarrt hat. Lupin merkt es jedoch gerade noch rechtzeitig
und sie können Daubrecq, der Clarisse natürlich längst entdeckt
und enttarnt hat, überwältigen. Lupin hat auch endlich das Versteck
des Kristallstöpsels gefunden, in dem sich die Liste befindet, doch wie
groß ist die Enttäuschung, als sie die Liste Clarisses Verbündetem
Prasville vorlegen und sie erfahren, dass sie nicht echt ist! Eine Begnadigung
Gilberts scheint nun also unmöglich und die Hinrichtung soll am nächsten
Morgen sein. Lupin hat keine Hoffnung mehr. Nur sein Diener bringt ihn dazu,
am nächsten Morgen aus einem Haus gegenüber des Gefängnisses
Vaucheray zu erschießen und den Henker zu verwunden. Die Hinrichtung wird
um einen Tag verschoben. Endlich trifft auch Daubrecq, den er betäubt mit
seinen Komplizen in einem Auto anreisen ließ, ein. Lupin findet nun endlich
die echte Liste. Doch Prasville wittert nun seinerseits seine Chance und möchte
die Liste selbst einsetzen, um sein Konto aufzubessern, während er Lupin
enttarnt. Lupin muss den Politiker seinerseits erpressen, um Gilberts Begnadigung
zu erreichen.
Wenig später befreit Lupin seinen Komplizen Gilbert aus dem Straflager.

[Diogenes Verlag, ISBN 3-257-21198-8]
VI: Die Insel der 30 Särge
(Lupin als Don Luis Perenna)
Véronique d'Hergemont gelangt, durch seltsame Zeichen geleitet, auf eine
kleine Insel, die von den Einwohnern nur die "Insel der 30 Särge"
genannt wird. Honorine, eine der Einwohnerinnen, verkündet Véronique,
dass ihr Sohn Francois und ihr Vater, die sie beide tot wähnte, auf der
Insel leben. Véronique war nämlich vor vielen Jahren mit einem Mann
namens Alexis Vorski durchgebrannt und Francois war ihr gemeinsamer Sohn, den
ihr Vater wegen des schlechten Einflusses Vorskis entführte. Ihr Boot war
im Sturm gesunken und beide für tot erklärt worden. Honorine möchte
Véronique zuerst nicht mit auf die Insel nehmen, weil Maguennoc, ein
seltsamer Kauz mit scheinbar seherischen Fähigkeiten, vorausgesagt hatte,
dass, sobald er stirbt, eine Prophezeiung eintreten solle, laut der alle 30
Bewohner der Insel sterben und vier Frauen gekreuzigt werden, eine davon soll
Véronique sein. Und Véronique hatte Maguennocs Leiche kurz zuvor
entdeckt.
Auf der Insel angekommen, beginnt das Drama recht schnell: gerade als Honorine
und Véronique das Haus ihres Vaters betreten, werden sie Zeuge, wie Francois
seinen Großvater erschießt. Er verwundet auch Honorine und flieht
dann. Die anderen Inselbewohner wollen natürlich nicht länger dort
bleiben. Sie bereiten Boote vor, um die Insel zu verlassen. Doch Honorine kann
und Véronique will die Insel nicht verlassen. Die anderen sollen sie
also ein paar Tage später abholen. Kaum haben die Bewohner mit ihren Booten
abgelegt und sind auf das offene Meer gefahren, da werden sie von Francois und
seinem Lehrer Stéphane überrascht, die sie mit Gewehren und Granaten
töten. Honorine wird derweil verrückt und stürzt sich selbst
von der Klippe. Véronique bleibt also allein zurück. Nur noch Francois'
Hund Okay ist da, der sie bald in eine Ansammlung unterirdischer Verliese führt,
wo sie ihren Sohn und auch Stéphane eingekerkert findet. Die beiden können
also nicht hinter den Morden gesteckt haben.
Wie sich herausstellt, lebt auch ihr Ehemann Alexis Vorski noch und er hat noch
eine zweite Frau Elfriede und einen zweiten Sohn Raynold. Raynold hat einen
noch schlechteren Charakter und noch weniger Skrupel als sein Vater. Und Vorski
selbst ist fast noch abergläubischer als die Bewohner der Insel. Glaubt
er doch, eine ihm in der Jugend gemachte Prophezeiung müsste sich erfüllen,
laut der seine Frau am Kreuz enden und einer seiner Söhne den anderen töten
müsste, damit er zu unermesslicher Macht gelangt. Diese Macht sieht er
in dem "Gottesstein", von dem auf der Insel immer wieder die Rede
ist. Keiner vermochte ihn bisher jedoch zu finden. Vorski glaubt aber, dass
er ihn finden werde, wenn er nur alle Bewohner der Insel tötet und vier
Frauen kreuzigt. Drei Frauen hat er bereits diesen Weg gehen lassen, die vierte
solle Véronique sein, nachdem er Francois scheinbar von Raynold im Kampf
hat töten lassen.
Als schließlich auch sein letztes Opfer sein Leben ausgehaucht hat, findet
er den Eingang zu dem Platz, an dem sich der Gottesstein befindet. Dort stößt
er auf einen alten Druiden, der ihm für einen Hüter eines solchen
Schatzes jedoch eindeutig zu dreist vorkommt: der Druide entpuppt sich als Don
Luis Perenna alias Arsène Lupin. Lupin schockiert Vorski umso mehr, indem
er ihm offenbart, dass die Frau, die Vorski ans Kreuz gebracht hat, keineswegs
Véronique sondern Elfriede war. Dann lässt Lupin Vorski die gleiche
Behandlung zuteil werden, um das Versteck Francois' von ihm zu erpressen. Sie
finden ihn schließlich unversehrt. Lupin zieht mit Véronique, Francois,
Stéphane und seinen Helfern ab und auch Vorskis Helfer, der Lupin geholfen
hat, verschwindet, ohne seinen Chef befreit zu haben.
Der "Gottesstein" wurde von Lupin natürlich auch entdeckt. Es
handelt sich dabei um einen Stein aus Böhmen, der sehr radioaktiv ist.
Lupin lässt ihn zurück.

[Edition Pierre Lafitte]
Les Dents du Tigre — 1re partie: Don Luis Perenna
(Lupin als Don Luis Perenna)
Leider ist das Magazin französisch. Aber sobald ich herausgefunden habe, worum es darin geht, lasse ich es euch wissen.

[Diogenes Verlag, ISBN 3-257-21254-2]
VII: Die Uhr schlägt achtmal
(Lupin als Prinz Serge Rénine)
Im Turmzimmer
Rénine ist als Gast auf dem Schloss des Grafen d'Aigleroche, wo er dessen
Schwiegertochter Hortense Daniel kennenlernt. Ihr Mann wurde in eine Psychiatrie
eingewiesen und sie ist nun mittellos und muss daher bei dem Grafen leben, der
sich weigert, ihre Mitgift auszuzahlen. Sie plant, mit einem Mann namens Rossigny,
den sie zwar nicht liebt, aber der ihr eine Zukunft verspricht, zu fliehen,
was Rénine vereitelt. Er möchte der Dame helfen. Bei einem Spaziergang
stolpern sie sozusagen über ein altes Verbrechen. Die erste Frau des Grafen
hatte ihn mit dem Mann eines befreundeten Ehepaars betrogen und er hatte beide
erschossen. Rénine erpresst den Grafen damit und fordert die Auszahlung
von Hortenses Geld, bevor er Hortense mit nach Paris nimmt.
Die Wasserkaraffe
In Paris werden Rénine und Hortense auf Gaston Dutreuil aufmerksam, einen
Freund Jaques Aubrieux', der zum Tode verurteilt ist, weil er seinen Vetter
getötet und 25.000 Francs gestohlen haben soll. Rénine erkennt sofort,
dass nicht Aubrieux sondern Dutreuil diesen Mann ermordet und das Geld an sich
genommen hat. Dutreuil bestreitet natürlich alles und auch die Durchsuchung
seiner Wohnung ergibt nichts. Mit einem Trick gelingt es Dutreuil, seine Wohnung
in Brand zu stecken und die belastenden Geldscheine zu vernichten. Doch mit
einem ebenso gerissenen Trick kann Rénine ihm ein Geständnis entlocken
und so den unschuldigen Aubrieux entlasten.
Thérèse und Germaine
Rénine und Hortense sind am Strand von Etretat, wo nach Rénines
Informationen ein Mord geschehen soll, den er verhindern möchte. Rénine
vermutet, dass das Hortense bekannte Ehepaar d'Imbreval irgendwie mit der Geschichte
zusammenhängt und er soll sich nicht irren: wenig später ist Monsieur
d'Imbreval tot. Frédéric und Germaine Astaing tauchen auf und
beschuldigen Madame d'Imbreval des Mordes. Germaine war die Geliebte von Monsieur
d'Imbreval. Rénine verhindert sowohl, dass Madame d'Imbreval wegen des
Mordes zur Rechenschaft gezogen wird wie auch, dass Germaine sie verrät.
Der verräterische Film
Hortense und Rénine schauen sich einen Film an, in dem ihre Halbschwester
Rose-Andrée mitspielt. Rénine vermutet hinter dem Darsteller Dalbrèque
einen Verbrecher, der es auf Rose-Andrée abgesehen hat. Wenig später
sieht es so aus, als sei Rose-Andrée von Dalbrèque entführt
worde. Rénine und Hortense nehmen die Verfolgung auf, die sie zu dem
Schauplatz des Filmes führt. Sie beobachten Dalbrèque und Rose-Andrée
dort. Rénine hat zur Verstärkung Polizeibeamte mitgebracht, um den
Mann festzunehmen und Rose-Andrée zu befreien. Dann müssen er und
Hortense jedoch feststellen, dass Rose-Andrée und Dalbrèque ein
Paar sind. Dalbrèque wird festgenommen, weil er an einem anderen Verbrechen
beteiligt war. Rénine jedoch, der seinen Irrtum erkannt hat, verhilft
ihm und Rose-Andrée zur Flucht.
Der Fall Jean-Louis
Rénine rettet eine Frau vor dem Selbstmord und errät sofort, dass
sie es wohl aus Liebeskummer getan hat. Rénine sucht mit Hortense zusammen
den unglücklichen Jean-Louis auf, der durch einen haarsträubenden
Schicksalsschlag keinen Vater aber zwei Mütter hat, die sich aufs Blut
nicht ausstehen können. Daher löste er seine Verlobung mit Mademoiselle
Aymard. Rénine kann die Lage jedoch entschärfen und Jean-Louis und
seiner Verlobten doch noch die Hochzeit ermöglichen.
Die Dame mit dem Beil
Paris wird von einer Mordserie in Atem gehalten, die von einer Verrückten
ausgeführt wird, die Frauen entführt und nach genau 8 Tagen mit einem
Beil tötet. Zu Rénines Entsetzen wird Hortense das nächste
Entführungsopfer und er muss all seine Fähigkeiten einsetzen, um sie
zu finden, bevor es zu spät ist. Er findet die Verbindung zwischen all
den bisherigen Opfern und schließlich auch Hortense, bevor es zu spät
ist. Es stellt sich heraus, dass die Verrückte in der gleichen Psychiatrie
lebt wie Hortenses Mann und dass Hortense eben dort ihr Opfer wurde.
Spuren im Schnee
Hortense erholt sich auf dem Land von ihrer Entführung. Sie berichtet Rénine
in einem Brief von einer Szene, die sie in einem Gasthaus beobachtete: Natalie,
die mit dem ungehobelten Mathias verlobt ist, wird von Jérôme Vignal
umworben. Mathias' Vater droht ihm gleich an, ihn zu erschießen, wenn
er sich noch länger herumschleicht. Wenig später scheint es, als hätte
Vignal Mathias erschossen und in den Brunnen hinter dem Haus gestürzt und
Natalie mit sich genommen. Rénine macht sich vor Ort selbst ein Bild
des Verbrechens. Doch schon bald klärt er auf, dass es sich gar nicht um
ein Verbrechen handelt, sondern dass Mathias vielmehr seinen eigenen Tod vorgetäuscht
hat, um Vignal in Schwierigkeiten zu bringen.
„Zum guten Gott Merkur“
Auf Rénines Frage, womit er Hortense glücklich machen könnte,
antwortete sie, dass er ihr ein Schmuckstück wiederbeschaffen sollte, dass
ihr vor langer Zeit abhanden kam. Tatsächlich gelingt es ihm, die Spur
der Brosche aufzunehmen und sie wiederzufinden. Zuerst schickt er Hortense selbst,
das Schmuckstück wiederzubeschaffen, doch es gelingt ihr nicht und so muss
er eine letzte List anwenden, um die Brosche in seinen Besitz zu bringen und
so Hortenses Herz für sich zu gewinnen.

[Schreitersche Verlagsbuchhandlung, Band 8, illustriert von Paul Gorn]
VIII: Die Gräfin von Cagliostro oder: Die Jugend des
Arsène Lupin
Diese Geschichte beschreibt Lupins Anfänge als Gauner.
Lupin ist 20 Jahre alt und möchte sich mit Klarisse d'Etigues verloben,
doch ihr Vater ist dagegen. Während sich Lupin dennoch auf dem Gut von
Klarisses Vater herumtreibt, wird er Zeuge, wie der alte d'Etigues und einige
andere Männer eine Frau zum Tode verurteilen und im Meer ertränken
wollen. Ihr Name ist Josephine Balsamo und Lupin ist sofort von ihr angetan.
Er rettet sie vor dem Tod und gesteht ihr schon wenig später seine Liebe.
Vergessen ist Klarisse.
Erst will Josine, wie er sie nennt, nichts von ihm wissen, doch nachdem er ihr
ein Artefakt eines Kerzenleuchters, nach dem sie suchte, verschafft und sie
sein Talent erkennt, ist sie nicht mehr so abgeneigt. Sie sucht nach einem Schatz
und er will ihr auf jede Weise behilflich sein. Sie wird seine Geliebte und
er lernt von ihr die Kunstfertigkeit des Stehlens. Doch mit jedem Mal, das er
dem Geheimnis um den Schatz näher kommt, hintergeht Josine ihn und beansprucht
die Erfolge für sich selbst. Trotzdem kommt er nur schwerlich von ihr los.
Außerdem verfolgen die Männer um d'Etigues jetzt nicht nur Josine
sondern auch ihn und Josine droht Lupin, Klarisse etwas anzutun, wenn sie ihr
in die Quere kommt.
Schließlich bringt sie Klarisse in ihre Gewalt, weil sie erfahren hat,
dass die ein Kind von Lupin erwartet. Lupin kann nur mit einem Trick erreichen,
dass Josine Klarisse freilässt. Er behauptet, die Lösung um den Schatz
zu kennen. Als er das Rätsel um die Edelsteine endlich tatsächlich
gelöst hat, kommt Josine ihm schon wieder zuvor und birgt den Schatz alleine.
Lupin, der trotz allem, was sie getan hat, mit Josine teilen wollte, schwört
sich nun, den Schatz auf welche Art auch immer, komplett für sich zu beanspruchen,
was ihm auch gelingt. Josine ist darüber so verärgert, dass sie Lupin
erschießen will, dabei aber selbst verwundet wird.
Lupin hält nun noch einmal als reicher Mann bei d'Etigues um die Hand dessen
Tochter an.

[Schreitersche Verlagsbuchhandlung (neu gebunden), Band
13, illustriert von E. Stübner]
IX: Die Dame mit den grünen Augen
(Lupin als Raoul de Limézy, Horace Valmont)
In Paris wird Lupin ganz zufällig darauf aufmerksam, wie ein Mann eine
junge Engländerin verfolgt, also folgt er den beiden ebenfalls bis zu einem
Café. Dort bemerkt er eine weitere junge Frau mit wundervollen grünen
Augen, die ihn noch mehr fasziniert. Er folgt ihr und muss bald feststellen,
dass der Verfolger der Engländerin auch dieser Frau nachstellt. Lupin rettet
die Frau vor ihrem Verfolger, verliert dann allerdings selbst ihre Spur. Er
besinnt sich auf die Engländerin zurück. Am Bahnhof findet er heraus,
dass sie Lady Bakefield ist und besteigt den gleichen Zug wie sie. Sie durchschaut
ihn sofort, was ihm gar nicht behagt. Schon bald nimmt die Reise ein dramatisches
Ende. Sie werden überfallen, Lady Bakefield und zwei Brüder dabei
getötet. Als einen der Verbrecher erkennt Lupin die Dame mit den grünen
Augen wieder. Kommissar Rodolphe Marescal übernimmt den Fall. Bald lässt
er die Dame mit den grünen Augen, ihr Name ist Aurelie, verhaften. Lupin
befreit sie, doch sie flieht.
Lupin findet heraus, dass Miss Bakefield selbst eine erfolgreiche Einbrecherin
gewesen war, die gerade einen neuen Einbruch plante. Er geht zur Stunde des
geplanten Verbrechens zu der Villa, in der sie einzubrechen gedachte und trifft
dort schon wieder auf Aurelie und schon wieder wird sie von einem Helfer Marescals
entführt. Lupin hilft ihr erneut und wieder flieht sie. Er trifft sie noch
mehrmals, doch jedesmal entwischt sie ihm. Schließlich folgt er ihr nach
Luzern, wo sie in einem Kloster Zuflucht sucht. Natürlich hat er sich längst
in sie verliebt. Es gelingt ihm, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie erzählt
ihm von einem Schatz, der ihr mit ihrer Großjährigkeit zufallen soll,
dessen Geheimnis sie allerdings vergessen hat. Daher sind auch all diese Männer
hinter ihr her, sie wollen ihr Geheimnis um den Schatz erfahren. Durch einen
Trick will Marescal Aurelie wieder entführen, doch diesmal kommt Lupin
ihm zuvor. Er schickt Aurelie nach Hause zu ihrem Stiefvater und will sie von
Victoire abholen lassen. Doch Aurelie ist krank.
Marescal, inzwischen zu allem entschlossen, will Aurelies Stiefvater verhaften
lassen und Aurelie mit sich nehmen. Die Nachricht, dass Lupin ebenfalls von
ihm verhaftet worden sei, lässt sie fast verzweifeln, bis sie erkennt,
dass einer von Marescals "Helfern" Lupin ist. Er hat die Situation
bald im Griff und rettet Aurelie. Ihr Stiefvater richtet sich daraufhin selbst
mit der Waffe, Marescal flieht. Lupin bringt Aurelie an den Ort, wo ihr Großvater,
der ihr das Geheimnis anvertraute, wohnte. Dort soll sie einen Freund ihres
Großvaters treffen, der ihr das Geheimnis verraten soll. Doch die Schurken
haben die Jagd nach Aurelie noch nicht aufgegeben und den Mann getötet.
Sie schließen die Schleusen des Sees, so dass Lupin und Aurelie in einer
Höhle gefangen werden. Lupin schwimmt hinaus, verhandelt mit den Verfolgern
und öffnet schließlich die Schleusen wieder. Als das Wasser abgeflossen
ist, kommt unter dem See eine ganze Stadt zum Vorschein. Das war also das große
Geheimnis. In ihrer Raffgier fallen Aurelies Verfolger dem zurückkehrenden
Wasser zum Opfer.
Aurelie kehrt nach Paris zurück. Sie lässt Lupin eine ganze Weile
warten, eh sie sich wiedersehen.
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Autor
Maurice Leblanc
* 11. November 1864 in Rouen
† 6. November 1941 in Perpignan
Sohn eines Reeders, der entgegen den Wünschen seines
Vaters nach Paris geht, um Schriftsteller zu werden.
Anfangs arbeitet er als Journalist, doch nachdem der erste Roman um Arsène
Lupin 1905 ein Erfolg wird, widmet er sich vollkommen dem Meisterdieb und verfasst
zwischen 1907 und 1935 20 Romane, Theaterstücke und viele Kurzgeschichten.
Für seine Verdienste um die französische Literatur erhielt Leblanc
den Orden der Ehrenlegion.
Er ist auf dem Cemetière de Montparnasse in Paris beerdigt.
In Etretat kann noch heute das Haus
Leblancs besichtigt werden.